Pfadfinderkluft « DPSG Stamm Andechs Meran Lichtenfels

Pfadfinderkluft

Das Wort „Kluft“ bedeutet soviel wie Kleidung. Im deutschen Sprachraum ist es überall die Bezeichnung für die Pfadfinderbekleidung. Die offizielle Kluft der DPSG besteht aus sandfarbenem Hemd (langärmelig oder kurzärmelig), dem Halstuch, dem Gürtel und dem Knoten (Beschluss der 63. Bundesversammlung 2001).

 

Das Hemd

Zum Klufthemd gehören folgende Aufnäher:

 

  • Nationalitätsabzeichen
  • ICCS Abzeichen (Internationale Konferenz des katholischen Pfadfindertums)
  • Tuchlilie der Altersstufe bzw. Wolfskopf
  • Weltbundlilie
  • rechter Oberarm, Aufnäher für Teilnehmer von Zeltlagern und/oder Aktionen
  • Linker Oberarm, Verbandsaufnäher DPSG oder des Stammes
  • Sippenaufnäher

Die Aufnäher

Am Nationalitätsabzeichen erkennt jeder, aus welchem Land der jeweilige Pfadfinder ist. Die Weltbundlilie zeigt, dass der Verband zum Weltverband der Pfadfinder gehört. Der ICCS Aufnäher zeigt an, dass wir zum katholischen Pfadfindertum gehören. Wahlweise kann auch der Verbandsaufnäher der DPSG getragen werden.

Die Tuchlilie

Anhand der Tuchlilie kann jeder erkennen, zu welcher Gruppe der Pfadfinder gehört.

Das Halstuch

Dem Schutz des Hemdkragens dient früher wie heute das Halstuch in der jeweiligen Farbe der Altersstufe. Gehalten wird das Halstuch durch einen ledernen Knoten.

Der Gürtel

Der Gürtel besteht aus einem ca. 3 cm breiten schwarzen Leder. Die Schnalle ist matt silbern und zeigt die DPSG Lilie.

Die Kopfbedeckung

Dieser Hut ist weltweit bekannt als Pfadfinderhut. Er ist nicht bestandteil der Kluft, kommt als soches nach einem Tief in den 70er und 80er Jahren wieder in Mode.

Wo kommt was hin?

Wer genau wissen möchte, wo welcher Aufnäher seinen Platz hat, der kann sich gerne die Kluftordnung im PDF Format ansehen.

Warum eine Kluft?

Es gibt für unsere Kluft viele gute Argumente

Sie …

  • zeigt auch nach außen, dass wir Pfadfinder sind.
  • ist gut für unser Gemeinschaftsgefühl.
  • verdeckt finanzielle/soziale Unterschiede.
  • ist praktisch, strapazierfähig und zweckmäßig.
  • hebt uns possitiv von der Masse ab.
  • ist ein Zeichen, dass wir zum Stamm und Bund gehören.
  • ist ein Zeichen der weltweiten Pfadfinderbewegung
  • ist keine Uniform!

 

Kurz zur Geschichte

Schon in seiner frühsten Jugend war Baden-Powell aufgefallen, dass die sozialen Unterschiede sich vor allem in der Kleidung äußerten. Als er später Gründer der Pfadfinderbewegung wurde, wollte er eine Bewegung schaffen, in der nur der Mensch selbst mit seinen Fähigkeiten zählen würde, ohne dass es auf seine soziale Herkunft ankäme. So führte er eine einheitliche Kleidung ein. Zwar ließ er es in seinem Buch „scouting for boys“ vier Farben zur Auswahl der einzelnen Gruppen (khaki, grau, blau oder grün), doch sollte sich jede Gruppe auf eine einheitliche Farbe einigen. Die Kluft, wie sie Baden-Powell selbst trug (breitkrempliger Hut, sandfarbenes Hemd, graues Halstuch, kurze Hosen), ging auf die Uniform der südafrikanischen Schutzpolizei zurück, der Baden-Powell lange Jahre vorstand. Die Kluft der DPSG selbst war ursprünglich grasgrün, seit dem 1.1.1958 ist sie sandfarben. Die Farbe wurde wohl gewählt, weil es eine stärkere Anlehnung an die Kluft der südafrikanischen Schutzpolizei ist, die Baden-Powell kommandierte. Im Übrigen ist die Farbe Sand weltweit wohl die häufigste Farbe für die Kluft (z.B. Amerika, England, Japan).

 

Gegenwärtiger Stand

Zwar hat die Kluft noch immer nicht ihren eigentlichen Sinn, die sozialen Unterschiede zu verdecken, verloren, wesentlicher ist aber heute die Eignung der Kluft als Ausdruck der Verbundenheit und des gemeinsamen Wollens und ihre Eignung als Erkennungsmerkmal in der Öffentlichkeit. Da die DPSG die Jugendpflege fördert, unterliegt die Kluft der DPSG nicht dem Uniformierungsverbot bei Versammlungen, § 3 II VersammlG.

 

Warum das Wort Kluft in Deutschland?

Aufgrund des Verbreitungs- und Bekanntheitsgrades der verschiedenen Begriffe wird hier forthin der Begriff Kluft verwendet, was nur der Vereinfachung dient und keine Wertung oder Gewichtung darstellt. Die anderen Begriffe sind gleichwertig danebengestellt. Allerdings ist besonders in Deutschland die Verwendung von Uniform vielerorts verpönt, wegen der Geschichte und dem speziell deutschen Umgang damit hat diese Bezeichnung einen meist nicht willkommenen Beigeschmack. Zudem wird befürchtet, daß schnell der Vergleich mit (para)militärischen Organisationen naheliegt und jener gute Argumente gegen Pfadfinder liefert. Paradoxerweise bestehen solche Vorbehalte nicht bei der Bezeichnung der einheitlichen Kleidung anderer Organisationen (z.B. Feuerwehr-Uniform).